|
1900
Die
Errichtung des Kyffhäuser-Denkmals löst um die Jahrhundertwende eine
starke Bewegung aus. Höhepunkt
ist die Gründung des "Kyffhäuserbundes der Deutschen
Landeskriegerverbände" am 1. Januar 1900. Überall in Deutschland
gründen sich weitere Kameradschaften. Bald sind es rund 22000
Kameradschaften mit mehr als 2.Mitlionen Mitgliedern.
1914/18
Der
erste Weltkrieg stellt eine der größten Belastungen für den Kyffhäuserbund
seit seinem Bestehen dar. Für
die Unterstützung der Angehörigen Gefallener sammeln Mitglieder an der
Front im ersten Halbjahr 1914 ca. 504.000 Mark.
Zusätzlich werden erhebliche Beiträge für die Kriegsopfer, die
Jugend- und Waisenpflege, zur Krebsbekämpfung und zur Bekämpfung von
Seuchen geleistet.
1919
Die
Nationalversammlung in Weimar wählt am 6. Februar Friedrich Ebert zum
ersten Reichspräsidenten, nachdem der Kaiser abgedankt hat und sich ins
Exil nach Holland begeben hat. Im
gleichen Jahr übernimmt Generalfeldmarschall von Hindenburg die Ehrenpräsidentschaft
des Kyffhäuserbundes. Zur
Bekämpfung der Seuche Tuberkulose bringt der Kyffhäuserbund in den
zwanziger Jahren ca. 17 Millionen Mark auf.
Weitere Beiträge werden gesammelt für die Anlage von Schwimmbädern
und Turnhallen. Es werden
Kameraden und deren Witwen bei Erwerbsunfähigkeit und Krankheit unterstützt.
Für die Betreuung erholungsbedürftiger Kameraden und deren Familien
unterhält der Kyffhäuserbund ca. 25 Erholungsheime.
1925
Generalfeldmarschall
von Hindenburg wird, nach dem Tode Friedrich Eberts, zweiter Reichspräsident
des Deutschen Reiches.
1932
Adolf
Hitler kandidiert neben von Hindenburg für das Amt des Reichspräsidenten.
Der Präsident des Kyffhäuserbundes, General von Horn, ruft die
Mitglieder des Bundes auf „zum Wohle des Vaterlandes" ihren
Ehrenpräsidenten von Hindenburg wiederzuwählen.
Paul von Hindenburg, 85 jährig, wird erneut am 10.
April Reichspräsident. Hitler
verzeiht seine Niederlage dem "Kriegerverein", wie er den Bund
nennt, nicht
|
1933
Die
Arbeitslosigkeit in Deutschland erreicht nie gekannte Ausmaße.
Trotz schwerer Bedenken ernennt Reichspräsident von Hindenburg den
"böhmischen Gefreiten", wie er ihn nennt, zum Reichskanzler.
Eine
der ersten Maßnahmen der NSDAP-Regierung ist die Auflösung der 1896 gegründeten
Kyffhäuser-Jugend. Als der Kyffhäuserbund und sein Ehrenpräsident von
Hindenburg sich vor die jüdischen Frontsoldaten stellen und politisch
Andersdenkende in den Kyffhäuserbund eintreten, um gegen die NSDAP abgesichert
zu sein, kommt es zu neuen Schwierigkeiten mit der Partei.
Der Kyffhäuserbund gilt fortan als politisch unzuverlässig.
Am 2. August stirbt der Reichspräsident von Hindenburg. Hitler wird
durch Reichsgesetz Staatsoberhaupt. Oberst a. D. Reinhard, seit dem Tode des
Generals von Horn Präsident des Kyffhäuserbundes, gelingt es, dem Bund lange
Zeit seine Unabhängigkeit zu erhalten.
1938
Durch den Druck
der politischen Verhältnisse in Deutschland gezwungen, muss sich der Kyffhäuserbund
in "NS-Reichskriegerbund" umbenennen.
In der Anordnung des Reichskriegerführers vom 5. Juni 1938 heißt es
jedoch:
"Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich durch die Umbenennung
in rechtlicher Beziehung nichts geändert hat. Der NS-Reichskriegerbund gehört
weder zu den Gliedern der Partei noch zu den ihr angeschlossenen Verbänden."
1939
Der zweite
Weltkrieg stellt den Kyffhäuserbund und seine Sozialarbeit wiederum vor eine
große Belastung. Das Vermögen der Deutschen Kriegerwohlfahrtsgemeinschaft beträgt
zu dieser Zeit ca. 44 Millionen
Mark. Der Bund baut ein umfangreiches Hilfs- und Liebesgabenwerk für die
Soldaten an der Front, die Angehörigen in der Heimat, die Kriegsbeschädigten
und Hinterbliebenen auf, das sich nicht nur auf seine Mitglieder beschränkt.
Es werden Familienangehörige der Gefallenen besucht.
Rund 25.000 Kinder, die im Kriege geboren werden und deren Väter an der
Front sind, erhalten als Patengabe ein Sparbuch über 50 Mark.
1943
Mitten im
Kriege, am 3. März, findet Hitler einen Grund, den Kyffhäuserbund mit
inzwischen über 4,3 Millionen Mitgliedern in 42.000 Kameradschaften, der ihm
weiterhin ein Dorn im Auge war, aufzulösen.
Das gesamte Vermögen wird beschlagnahmt. Viele Vorstandsmitglieder bis
zu den Kreisverbänden und Kameradschaften werden verfolgt und erhalten zum Teil
längere Freiheitsstrafen.
1945
Der zweite
Weltkrieg ist zuende. Millionen Menschen
haben den Tod gefunden. Ebenfalls
Millionen wurden aus dem Osten vertrieben.
Deutschland wurde durch eine unmenschliche Grenze gespalten. Die großen
Vermögenswerte mit Erholungs-, Waisenheimen, der Wohlfahrtspflege und dem Areal
des Kyffhäuser Denkmals verfällt der Beschlagnahme durch den Alliierten
Kontrollrat.