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Die Geschichte
des |
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-BUNDES e. V. |
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Landwehr Kameradschaften aus der Stammrolle des Landesverbandes Südhannover Braunschweig. |
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und des |
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Kyffhäuser
– Landesverband |
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SÜDHANNOVER
– BRAUNSCHWEIG e. V. |
zum 125-jährigen
Jubiläum des Landesverbandes am 26. März 2000
Allgemeine Entwicklung
Ausgang der Geschichte des Kyffhäuserbundes ist
die „Militärische Schützenbruderschaft“,
die im Jahre 1786 von ehemalig gedienten Soldaten des friderizianischen Füselier-Regimentes 36 von Brünning in Wangerin
gegründet wurde. Sie ist als die erste Stammkameradschaft des Kyffhäuserbundes
anzusprechen.
Zum
Ausgang des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden weitere Vereine in
Ulbersdorf, Langgries, Kreis Ooldberg-Haynau, in Aying und in Füssen.
Einen
gewissen Aufschwung erfuhr das in dieser Zeit noch in seinen aller ersten Anfängen
steckende Kriegervereinswesen erst nach den Befreiungskriegen. Vor allem in dem
Staate, der zuerst die allgemeine Wehrpflicht eingeführt hatte, also: In Preußen.
Hier waren in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts schon zahlreiche Vereine
entstanden. Da sie jedoch nur
Frontkämpfer aufnahmen, waren auch sie wieder zum aussterben verurteilt. So
blieb ihnen dann als hauptsächliche Aufgabe, ihre verstorbenen Kameraden mit
militärischen Ehren zu bestatten.
Der
damalige König Friedrich Wilhelm IV. erkannte ihnen diese von ihnen selbst gewählte
Aufgabe in der am 22. Februar 1842 erlassenen Kabinettsorder als „Ausdrückliches
und gesetzliches Recht“ zu. Trotz dieser Kabinettsorder war aber von einem
Zusammenschluss der Vereine keine Rede. Sie gewannen zwar einzeln an Bedeutung
und waren rechtlich und gesetzlich verankert, konnten sich aber nicht
zusammenfinden.
Erst im
Revolutionsjahr 1848 ist das erste Aufflammen einer Zusammengehörigkeit zu spüren,
da sich durch die dem Staate drohende Gefahr verschiedene Vereine innerhalb
ihrer Provinzen zusammenschlossen.
Nach Rückkehr
ruhiger Verhältnisse verschwanden aber die ersten, ohnehin losen Verbände
wieder von der Bildfläche. Um 1860 herum bestanden nur noch geringe Reste der
aus den Befreiungskriegen stammenden Vereine.
Der Name
„Kriegerverein“ wurde übrigens erst zu Ausgang des 19. Jahrhunderts und zunächst
auch nur in Preußen eingeführt.
Alle
bis dahin entstandenen Vereine hatten als Einzelvereine gewirkt.
Sie
unterstützten aus den ihnen zufließenden Mitgliederbeiträgen ihre kriegsbeschädigten
Kameraden, geleiteten – wie schon gesagt – ihre verstorbenen Mitglieder zur
letzten Ruhe und pflegten, immer nur im Rahmen ihres eigenen kleinen Vereins,
soldatische Traditionen.
Einen
ganz neuen und bedeutsamen Aufschwung erfuhren die Vereine durch die Kriege
1864/66 und namentlich durch den Krieg 1870/71. Nunmehr entstand eine
Bewegung, die sich über das ganze Reich ausbreitete, im Volke festen Fuß faßte
und aus den einzelnen Vereinen ein deutsches Kriegervereinswesen mit großen
nationalen Aufgaben werden ließ.
Die in
dieser Zeit entstandenen Vereine unterschieden sich von den früheren vor allem
dadurch, dass sie die Mitgliedschaft nicht mehr auf Frontkämpfer beschränkte,
sondern jeden jungen Deutschen, der seine Dienstzeit in Ehren absolviert hatte,
aufnahmen. Jetzt wurde zum ersten Male der Ruf nach einer Vereinigung aller
deutschen Kriegervereine laut, aber es hat fast 30 Jahre gedauert, bis dieses
Ziel mit der Errichtung des Kyffhäuserbundes der Deutschen Landeskriegerverbände
erreicht wurde.
Der
lange Weg, der der Gründung dieses Kyffhäuserbundes vorausging, hat durch
viele Irrungen, Streitigkeiten und Hader geführt. Mit
40 Vereinen fing der „Deutsche Kriegerbund“ im Jahr 1842 die Verbandsbildung
der deutschen Kriegerverbände an.
Wie wir
aber schon aus der geringen Zahl der ihm beigetretenen Vereine ersehen, ist die
Zusammenfassung aller bestehenden Kriegervereine nicht gelungen. Entsprechend
der förderaktiven Grundlage des Reiches befahlen die einzelnen deutschen
Landesherren und Bundesfürsten die Gründung eigener bundesstaatlich begrenzter
Landesverbände, die dem Ziel des Deutschen Kriegerbundes, einen
Reichskriegerbund zu schaffen, beharrlich entgegenarbeiteten.
Auf
Betreiben des „Deutschen Kriegerbundes“ wird durch landesherrliche
Genehmigung vom 24. August 1881 die „Deutsche Kriegerwohlfahrtsgemeinschaft“
als soziales Hilfswerk des Bundes eingerichtet. Damit wird die Sozialarbeit der
Kriegervereine zentralisiert und noch wirkungsvoller durchgeführt.
Die
Idee, in jedem Bezirk des Deutschen Kriegerbundes ein Waisenhaus zu errichten, löst
eine ungeahnte Solidarität und Hilfsbereitschaft aus.
Jeder
Verein sollte aus seiner Kasse zehn Pfennig pro Mitglied an den Landes- oder
Bezirksvorstand zahlen. Die Kameraden sollten bei Versammlungen von jedem Glas
Bier, das getrunken wird, einen Pfennig in die Sammelbüchse geben. So könnte
diese Idee Wirklichkeit werden.
Das
erste Kriegerwaisenheim, finanziert durch die Sammlung des Deutschen
Kriegerbundes (6400,00 Mark), wird in Römhild in Thüringen 1884 in Betrieb
genommen. In den folgenden Jahren entstehen weitere Waisenheime, teilweise mit
dreiklassigen Volksschulen und eigenem Lehrerpersonal. Alle Heime werden aus den
Spenden und Sammlungen der Kameraden finanziert.
1888,
nach dem Tode Kaiser Wilhelm I., stellt Geheimrat Prof. Dr. Westphal im Vorstand
des Deutschen Kriegerbundes den Antrag, „dem verstorbenen Kaiser ein Denkmal
als ein für alle Zeiten geltendes Symbol deutscher Einheit“ zu errichten. Der
Antrag wird von allen Landesverbänden angenommen. Die Errichtung des Denkmals
soll auf dem Gipfel des Wotanberges im Kyffhäusergebirge in Thüringen mitten
im Herzen Deutschlands erfolgen.
1882 ist
die enorme Bausumme von ca. 1,5 Millionen Mark für das Denkmal veranschlagt. Am
10. Mai 1892 erfolgt die Grundsteinlegung zum Denkmal, dessen Gesamthöhe 81
Meter betragen wird.
In
Anwesenheit aller Landesfürsten und von mehr als zehntausend Soldaten aus allen
Teilen des Deutschen Reiches wird am 18. Juni 1896 das Denkmal durch Kaiser
Wilhelm II. eingeweiht.
Die
Errichtung des Kyffhäuserdenkmals löst um die Jahrhundertwende eine starke
Bewegung aus. Höhepunkt ist die Gründung des „Kyffhäuserbundes der
Deutschen Landeskriegerverbände“ am 01. Januar 1900. Überall in Deutschland
gründen sich weitere Kameradschaften. Bald sind es rund 22000 Kameradschaften
mit mehr als 2 Millionen Mitglieder.
Zwar war
auch die so geschaffene Einigung nur eine lose, zwar waren die von den
Spitzenorganisation gefassten Beschlüsse für die einzelnen Landesverbände
nicht bindend – trotzdem hat der Kyffhäuserbund dem Kriegervereinswesen große
Verdienste geleistet und sich in das Bewusstsein der Vereine als seine Zentrale
eingeprägt.
Nach der
November-Revolte von 1918 wurde für den Bund eine Änderung der bisherigen
Satzung nötig. Mit dieser erfolgte auch eine grundlegende Änderung im
organisatorischen Aufbau des Bundes zum Zwecke engeren Zusammenschlusses.
Im Jahr
1921 wurde der Kyffhäuserbund unter dem Namen „Deutscher Reichskriegerbund
Kyffhäuser“ in einen festen Bund umgewandelt, dessen satzungsgemäß gefassten
Beschlüsse für alle zu ihm gehörenden Landesverbände als bindend erklärt
wurden.
Die
„Deutsche Kriegerwohlfahrtgemeinschaft“ übernahm die sozialen Aufgaben des
Deutschen Reichskriegerbundes „Kyffhäuser“. In einer Zeit, die
gekennzeichnet war durch Zersplitterung und Zersetzung, war dieser Zusammenschluss
eine wirkliche nationale Tat. Dies
ist eine Aufzeichnung über die Entwicklung von einer Schützenbruderschaft zu
einem großen Verband, dem „Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser“.
Kehren
wir aber zurück in die Zeit der Geburtsstunde unseres Landesverbandes (11. Juli
1875). Wir
haben ja schon gehört, 1872 gründete sich der „Deutsche Kriegerbund“.
Viele Landesherren und Bundesfürsten bevorzugten jedoch in ihren Landesgrenzen eigene Verbände. Blieben doch dann die Unterstützungen, welche die einzelnen Vereine ihren Mitgliedern zukommen ließen, in den eigenen Landesgrenzen.
LV-Gründung - 1918
So
schlossen sich im Jahr 1875 (11. Juli) auch 24 Krieger- und Landwehrvereine mit
3441 Mitgliedern im Herzogtum Braunschweig zum
„Braunschweiger-Landes-Landwehr-Verband“ zusammen.
1.
Präsident wurde Premierleutnant Gutkind.
2.
Präsident wurde Kaufmann
Hülsenbeck.
Schriftführer
wurden die Kameraden Kruse und Berglein.
Ein
Kassenführer wurde nicht gewählt, da die bisherige „Verbandskasse“ in Schöppenstedt
dem neugegründeten Verband nicht überwiesen wurde und Barbestände nicht
vorhanden waren. Man hielt auch eine Verbandskasse vorläufig nicht für
erforderlich.
Dieses
erwies sich allerdings als falsch und als 1877 ein neuer Vorstand gewählt
wurde, waren in ihm auch Kassenführer und Beisitzer.
Der
zweite Vorstand wurde am 10.06.1877 gewählt.
Präsident wurde Direktor
Hampe.
Vizepräsiden
Kaufmann
Hülsenbeck.
Finanz-Calculator
Lange wurde 1. Schriftführer und
Bauaufseher
Klenke sein Vertreter.
Kassenführer wurde Papierhändler
Berglein.
Beisitzer wurden Grubenbesitzer
Weber und
Schlossermeister
Singelmann.
1880 übernahm
Herzog Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg die Schutzherrschaft über den
Verband.
1881
wurde die Herzog-Wilhelm-Stiftung mit einem vom Verband aufgebrachten Betrag von
5000 Goldmark gegründet. Dieser Betrag wurde als Grundstock in der Stiftung
festgelegt und durch Sammlungen der Mitglieder erhöht. Von den anfallenden
Zinsen wurden Witwen und Waisen unterstützt.
Zu
dieser Zeit hatte der Landesverband auch eine Unfall-, Haftpflicht- und
Sterbeversicherung bei der „Providentia-Versicherung“ für seine Mitglieder
abgeschlossen. Die Jahresrückvergütungen flossen ebenfalls in die Stiftung.
Aus
einem Geschäftsbericht vom 01. März 1900 geht hervor, dass vom Verband und
seinen Vereinen ein Betrag von 275.362,00 Mark an Unterstützung für
notleidende Kameraden, Witwen und Waisen in den 25 Jahren seit Bestehens des
Landwehrverbandes gezahlt wurden.
Ebenfalls
geht aus diesem Bericht hervor, dass der Verband eine Sanitätskolonne
eingerichtet hatte. Hier wurden Kameraden von namhaften Ärzten zu Sanitätern
ausgebildet. Diese Kameraden richteten dann in ihren Ortschaften Sanitätsstuben
ein und leisteten so ihren Kameraden, aber auch der örtlichen Bevölkerung
erste Hilfe nicht nur bei Unfällen.
Nach dem
Tode Herzog Wilhelms übernahm seine Königliche Hoheit Prinz Albrecht von Preußen
die Regentschaft über das Herzogtum sowie die Schirmherrschaft über den
Landwehrverband.
Am 01. März
1907 zählten zum Landwehrverband Braunschweig 7 Bezirksverbände mit 264
Vereinen und 23.871 Mitgliedern.
Zum
Vorstand gehörten:
·
1.
Vors. Major d.L.a.D.
Dr. phil. Frühling
·
2. Vors. Oberltn. d.L.a.D. Rechtsanwalt u. Notar Nessig
·
1. Schriftführer Prokurist
Wöhler
·
2. Schriftführer Inspektor
Gummert
·
1. Kassierer Finanzrevisor
Kühne und
·
2. Kassierer Kaufmann
Beddies.
Der erste Weltkrieg stellte eine der größten Belastungen auch für den Kyffhäuser-Landeslandwehrverband Braunschweig dar.
LV SHB 1919 -1945
Aus dem
Geschäftsbericht von 1921 geht hervor, dass in den Jahren 1918 bis 1921 aus der
Verbandskasse 10.535,00 Mark und aus der Herzog-Wilhelm-Stiftung 19.741,00 Mark
als Unterstützung für kriegsbeschädigte Kameraden und Witwen gezahlt wurden.
-
Für die Unterstützung der Angehörigen Gefallener sammeln Mitglieder
des Kyffhäuserbundes an der Front im ersten Halbjahr 1914 ca. 504.000,00 Mark.
-
Die Nationalversammlung in Weimar wählt am 06. Februar 1919 Friedrich
Ebert zum ersten Reichspräsidenten. Im gleichen Jahr übernimmt Feldmarschall
von Hindenburg die Ehrenpräsidentschaft des Kyffhäuserbundes.
-
Zur Bekämpfung der Tuberkulose bringt der Kyffhäuserbund in den
zwanziger Jahren ca. 17 Millionen Mark auf.
-
Weitere Beträge werden gesammelt für Anlagen von Schwimmbädern und
Turnhallen.
-
Es werden Kameraden und deren Witwen bei Erwerbsunfähigkeit und
Krankheit unterstützt.
-
Für die Betreuung erholungsbedürftiger Kameraden und deren Familien
unterhält der Kyffhäuserbund ca. 25 Erholungsheime.
Zurück
zu unserem Landwehrverband Braunschweig.
Auszug
aus dem Geschäftsbericht von 1923:
Von 299 Verbandsvereinen sind 259 ihren Verpflichtungen, wenn auch nach
wiederholter Anmahnung, nachgekommen.
Die
Mitgliederstärke dieser Vereine betrug 24.707 einschließlich 595
Ehrenmitglieder. Wegen der hohen Kosten musste von der Teilnahme am
Vertretertage des Reichskriegerbundes „Kyffhäuser“ Abstand genommen werden.
Den
schwersten Schlag erhielt der Verband durch die beispiellose Inflation. Sein
Kapitalvermögen, das er sich in fast 50 Jahren seines Bestehens zusammengespart
hatte,
ging gegen Ende des Jahres fast vollständig verloren. Fast
alle Hilfsaktionen mussten seitens des Verbandes eingestellt werden.
[Inflation
1921 – 1923, am Ende 1 US-Dollar = 4,2 Billionen Mark. Zur Überwindung der
deutschen Inflation wird Ende 1923 die Rentenmark, gestützt von der Deutschen
Rentenbank, als Übergangswährung eingeführt.
1924
wird die Rentenmark durch die Deutsche Reichsmark (bis 20.06.1948) abgelöst.]
Nachdem die Auswirkungen der Inflation überwunden waren, können auch die Unterstützungen für bedürftige Mitglieder wieder in vollem Umfang durchgeführt werden
Jugend
im Landwehrverband
Schon in
den Jahren 1912 – 1914 gibt es Bestrebungen, Jugendgruppen im Landwehrverband
aufzustellen, bzw. den Jungdeutschlandbund zu unterstützen. Von
einer Jugendbewegung innerhalb des Verbandes, ist aber erst ab 1928 zu spüren.
Das Thema Jugend und Jugendpflege steht zu jeder Versammlung auf der
Tagesordnung und es werden Jugendleiter in Schulungen ausgebildet.
Es ist wünschenswert,
Jugendliche im Alter von 17 – 25 Jahre aufzunehmen, die äußersten Grenzen
sollen zwischen 14 und 32 Jahre liegen.
Vom 14.
– 17. Mai 1930 hat in Eitzum bei Schöppenstedt unter der Leitung des
Landesjugendleiters W. Kuritz, ein Unterführerlehrgang stattgefunden, in
welchem zunächst 20 Jungkameraden ausgebildet wurden.
Ausreichendes
Personal steht nun für die „Kyffhäuser-Jugendgruppen“,
1. Braunschweig, 2. Blankenburg, 3. Helmstedt, 4. Seesen, 5.
Stadtoldendorf, 6. Oker und 7. Grünplan zur Verfügung. Mit der Ausbildung ist
sofort zu beginnen.
Angeboten
wird: Sport, Wandern, Musik, Schießsport und Reitsport.
1931
gibt es im Verband 43 Jugendabteilungen und –gruppen mit über 840 Mann. Zum
Nutzen der Jugendbewegung hat die Verbandskasse 3000 RM ausgegeben.
1933,
als Adolf Hitler an die Macht kommt, werden alle Jugendverbände in Deutschland,
auch die Kyffhäuserjugend aufgelöst und in die Hitler-Jugend (HJ) intrigiert.
Zu
dieser Zeit wird auch der Landwehrverband Braunschweig in den
NS-Reichskriegerbund Landesverband Niedersachsen eingegliedert. Da er jedoch
eigene Stiftungen, eine Sterbekasse, eigene Versicherungen und eigene Waisenhäuser
unterhält, behält er seine Eigenständigkeit innerhalb des LV-Niedersachsen.
1943
verbietet Adolf Hitler den Kyffhäuserbund und beschlagnahmt sein Vermögen.
Viele Vorstandsmitglieder werden verfolgt und erhalten zum Teil hohe
Freiheitsstrafen.
Erst durch das Gesetz Nr. 2 des „Alliierten Kontrollrates“ wurde der Kyffhäuserbund und mit ihm alle angeschlossenen Verbände aufgelöst. Hiervon war auch der Braunschweiger Landwehrverband betroffen, der bis dahin niemals seine Selbständigkeit verloren hatte.
LV SHB 1953
Wiedergruendung
Nachdem
der Kyffhäuserbund mit Zustimmung des „Alliierten Kontrollrates“ im
September 1952 seine Tätigkeit wieder aufgenommen hatte, wurde durch die am 26.
Oktober 1952 abgehaltene Abgeordnetenversammlung die Wiederaufnahme der Tätigkeit
des Braunschweiger Landwehrverbandes beschlossen.
Es wurde
weiter beschlossen, dass eine neue Satzung erst aufzustellen sei, wenn sich übersehen
ließe, welche Aufgaben der Landwehrverband in Zukunft zu erfüllen habe.
Am 1.
Januar 1955 schließen sich 130 Kameradschaften mit 6355 Mitgliedern in den
Grenzen des ehemaligen Herzogtums Braunschweig zum Kyffhäuserbund e. V. Landesverband SÜDHANNOVER-BRAUNSCHWEIG
zusammen. Dieser Verband übernimmt auch die Verwaltung des Landwehrverbandes.
Auf der
zweiten Landesverbandstagung am 5. Mai 1957 wird unter dem Vorsitz von
Oberregierungsrat Prof. Dr. Emil Voigt die erste Satzung des LV erstellt und am
15. November 1957 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Braunschweig
eingetragen.
Die
erste LV-Tagung fand übrigens am 15. April 1956 in Goslar statt.
In den nächsten
Jahren löst sich der Landwehrverband Braunschweig, der nur noch in der
Verwaltung bestand, in den Kyffhäuserlandesverband Südhannover-Braunschweig e.
V. auf. Das Barvermögen fließt
in die Sozialkasse des LV Südhann.-Brschw.. Die Liegenschaften hatte das Land
Niedersachsen schon vorher vereinnahmt.
Aus
einem reinen Soldatenverband, in dem nur „Gediente“ Mitglieder werden
konnten, ist in der Zwischenzeit ein Volksbund geworden, in dem auch jeder
unbescholtene Bürger Mitglied werden kann.
1958
bildet sich auch im LV Südhann.-Brschw. Der „Deutsche Jugendbund Kyffhäuser“.
In seinem Freizeitangebot wendet sich der Kyffhäuserbund mit Zeltlagern,
Sport-, Spiel-, Bastel-, Musik-, Amateurfunk- und ähnlichen Gruppen an die
Jugendlichen. Er organisiert für seine Mitglieder internationale Begegnungen
und Studienreisen in der ganzen Welt.
Zur Zeit
findet ein Jugendaustausch mit Polen statt.
Für die Jugendförderung (ca. 1000 Jugendliche) gibt der LV Südhann.-Brschw. Jährlich ca. 10.000,- DM aus.
Frauengruppen
Etwa 15
Jahre später bilden sich in den Kameradschaften des LV`s auch die ersten
Frauengruppen. Sie widmen sich
neben verschiedenartiger Freizeitgestaltung überwiegend dem sozialen Bereich.
Eine Aufstellung der LV-Frauenreferentin belegt, dass in der Zeit von 1983 (d.
h. in ca. 17 Jahren)
·
47.166 Brillen
·
587 kg Briefmarken
·
929 kg Wolle
·
8.092 kg Kleider
·
1.140 kg Kerzen und Kerzenreste
·
645 kg Gardinen
·
1.150 Kuscheltiere und
·
629 kg Korken
für
soziale Zwecke gesammelt wurden. Ebenfalls haben die Frauen 6.245 Binden für
Leprakranke in Indonesien gestrickt. Die
gesammelten Brillen kamen in die dritte Welt.
Briefmarken,
Kerzen und Kerzenreste wurden für die Therapie Behinderter abgegeben. Kleider,
Gardinen und Kuscheltiere wurden für die Friedlandhilfe und Tschernobyl
abgegeben.
Schießsport
Ein
weiteres Betätigungsfeld unseres Verbandes ist die Pflege und Förderung des
Sportes auf allen Gebieten, insbesondere des Schiesssportes.
Vergleichsschießen der Kameradschaften untereinander und die Pflege und
Erhaltung des Brauchtums in den Gemeinden fördern das Gemeinschaftsleben. In
der Zusammenarbeit mit aktiven und ehemaligen Soldaten und durch seine
Reservistenarbeit ist der Kyffhäuserbund Träger soldatischer Tradition.
Einheit
Europas
In der
politischen Einheit Europas liegt auch künftig ein besonderer Schwerpunkt. Der
Kyffhäuserbund ist Mitglied in nationalen und europäischen Vereinigungen
ehemaliger und aktiver Soldaten. Er
sucht das Gespräch der Versöhnung und Verständigung mit den ehemaligen
Kriegsgegnern. So pflegt er enge
Kontakte z. B. zu französischen und amerikanischen, sowie auch englischen
Vereinigungen, und in jüngster Zeit auch mit osteuropäischen und russischen
Soldatenverbänden.
Fassen
wir zusammen:
·
Der Kyffhäuserbund ist ein demokratischer Volksbund mit einer über
200-jährigen
Tradition. (125 Jahre Landesverband Südhannover-Braunschweig
e. V.)
·
Er ist überparteilich und an keine Konfession gebunden.
·
Er fördert die staatliche Weiterbildung seiner Mitglieder und achtet die
Gesetze des Staates.
·
Er hilft Schwachen und Kranken.
·
Er setzt sich ein für Frieden, Recht und Freiheit aller Völker.
Wenn es uns gelingt, diese Tradition zu pflegen und an unsere Nachkommen weiterzugeben, können wir getrost in die Zukunft blicken.
Geschrieben im März 2000 zum 125-jährigen Bestehen des Kyffhäuser-Landesverband Südhannover-Braunschweig e. V. Überarbeitet im Juni 2002 © Kurt Seidel
Anhang:
11. Juli 1875
Der
Schleswig-Holsteiner Kriegerverein zu Braunschweig, der Kreis-Landwehr-Verein
Helmstedt, der Landwehrverein Blankenburg, der Krieger- und Landwehr-Verein Schöningen,
der Kreis-Landwehrverein Braunschweig und der Krieger- und Landwehrverein Schöppenstedt
schließen sich zum „Krieger- und Landwehrverein Verband für das Herzogtum
Braunschweig“ zusammen.
1.
Vorsitzender: Premierleutnant
Gutkind
11. 07. 1875 – 10. 06. 1877
Weitere
Vorsitzende waren:
Premierleutnant
d. Landw. Direktor Hampe
10. 06. 1877 – 26. 08. 1883
Kamerad
Hülsenbeck
26. 08. 1883 – 12. 07. 1884
Major
d. Landw. a.D. Dr. Robert Frühling
12. 07. 1884 – 20. 05. 1912
(01.
07. 1900
Oberstleutnant)
Oberstleutnant
a.D. Jäger
20. 05. 1912 - ??. ??. ????
(von
1914 – 1919 kein Protokoll)
Oberstleutnant
a.D. von Bosse
30. 11. 1919 – 17. 06. 1928
Oberstleutnant
d.L. a. D. Rechtsanwalt und Notar Nessig von 1884 bis 1925 = 2. Vorsitzender
wird am 05. Juli 1925 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Major
a. D. Walter Weisbeck
17. 06. 1928 - ??. ??. 1934
Ab
1934 Führer des Landesverbandes Niedersachsen. Dieser umfasst die
Regierungsbezirke Lüneburg, Hildesheim und den Freistaat Braunschweig. (32
Kreisverbände mit 1213 Kameradschaften).
-
- - - -
01.
Januar 1955 Gründung des
„Kyffhäuser
Landesverband Südhannover-Braunschweig“
mit
Verwaltung des Landwehrverbandes.
Vorsitzender:
Oberregierungsrat
Prof. Dr. Emil Vogt
bis 1966
Oberst
a. D. Fritz Graue
von 1966 – April
1976
Kamerad
Karl Heller
April 1976 – März 1987
Polizeidirektor
Friedrich Spielmann
März 1987 – März 1996
(Ab
März 1996 Ehrenvorsitzender des Landesverbandes.)
Oberstleutnant
d. R. Otto Ohm
März 1996 – Nov 1999
Kamerad Kurt Seidel
Nov 1999 – März 2001
(Ab
März 2001 Ehrenmitglied im Landesvorstand)
Kamerad Heinz Ganz
März 2001 – heute
Vorsitzende
der Kyffhäuserjugend (DJBK):
Gründung
1958
Valentin
Wieprecht
1958 – 1964
Franz-Josef
Heese
1964 – 1966
Gerhard
Brandes
1966 – 1982
Henning
Caternberg
1982 – 1987
Achim
Siegel
1987 – heute
Frauenreferentin
des Landesverbandes:
Angelika
Jahns
1983 –
2009
Siegrid Werner
2009 -
Schatzmeister des Landesverbandes:
Graue
?? - 03.1977
Hermann
Bartels
ca. 03.1977 – 12.01.2000 durch Erkrankung
Eike Bock 15.02.2001 - 31.03.2007
Rolf Köchling 01.04.2007 -
Landesschießwart:
.......................
Ahrens
? - 1974
Rohrberg
1974 – 1984
Irmgard Siegel 1984 – 1997
Dietmar Netzker 1997 - 2005
Thomas Bachmann
2005 - heute
Reinhold Groß 2002 - heute
Landespressereferent
.....
Rudolf
Wenzel
Reinhold
Groß
Geschäftsführer
.......
Rudolf Wenzel * 19.09.1920 + 2002 01.10.1977 - 31.12.1995
Gerhard
Sell * 19.02.1928
01.01.1996 - 31.12.1999
Frau
Schuhmacher
01.10.1998 - 15.12.1998
Frau
Ursula Schlüter
01.03.1999 - 31.12.2001
Stellv.
Frau Ute Kempe
01.06.1999 - 31.12.2002
Alfred
Wietbrock
01.01.2001- heute
Stellv.
Frau Astrid Böttger
01.01.2003 - heute
Die
Schulden des Denkmals betrugen am 01. Januar 1903:
Denkmal
= 43.000
Mark
Wirtschaft
= 128.000 Mark
Aus
der vom Schatzmeister des Kyffhäuserbundes veröffentlichten Nachweisung der
von den einzelnen Landesverbänden abgeführten Beiträge, geht folgende
Zusammenstellung hervor:
Deutscher
Kriegerbund
920.411,79 Mark
Behörden
u. Privatpersonen
178.772,44 Mark =
864.478 Mitglieder
Oldenburger
Kriegerbund
8.755,47 Mark =
9.060 Mitglieder
Braunschweiger
Landwehrverband
21.456,52 Mark =
16.080 Mitglieder
Hamburger
Kriegerverband
19.971,20 Mark =
6.540 Mitglieder
Schwarzenburger
Kriegerkameradschaft
4.528,17 Mark =
3.330 Mitglieder
Bayrischer
Veteranen-, Krieger-
und
Kampfgenossenbund
44.010,00 Mark = 160.000
Mitglieder
Königlicher
Sächsischer Militärvereinsbund
55.680,53 Mark = 145.000 Mitglieder
Würtembergischer
Kriegerbund
27.980,82 Mark =
54.800 Mitglieder
Badischer
Militärvereinsverband
37.549,52 Mark = 88.000 Mitglieder
Landesverband
der Militärvereine im
Großherzogtum
Hessen
21.653,29 Mark = 38.000 Mitglieder
Bremischer Landeskriegerverband 8.466,64 Mark = 3.760 Mitglieder
Gesamt:
1.349.236,39 Mark = 1.389.048 Mitglieder
Das
Reiterstandbild
kostete
= 41.000 Mark
Die
weibliche Figur
kostete
= 12.000 Mark
Die
männliche Figur
kostete
= 11.800 Mark
Im
Laufe des Jahres 1903 werden die Schulden des Denkmals vollständig getilgt.
Um
dagegen die Schulden, welche auf der Wirtschaft ruhen, ebenfalls bald möglichst
zu decken, hat die Vertretung des Kyffhäuserbundes beschlossen, dass ferner wie
bisher von den Landesverbänden pro Kopf und Jahr 2 Pfennig gezahlt werden
sollen, bis auch die Wirtschaft schuldenfrei dasteht (dem hat auch der
Braunschweiger Landwehrverband zugestimmt).
(Wirtschaft
= Hotelanlage mit Restaurant und Ställe)
Die
Erträge von Denkmal und Wirtschaft flossen anteilig dem Bund und den Landesverbänden
zu.
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