Geschichte der Kameradschaft Lobmachtersen

Geschichte der Kyffhäuser-Kameradschaft

Lobmachtersen

1871, nach dem Deutsch-Französischen Krieg erreichte Bismarck den Zusammenschluss der einzelnen deutschen Staaten zum Deutschen Reich. In diese Zeit fallen sehr viele Gründungen von Kriegervereinen.
Aus der Überlieferung geht hervor, dass auch in der Ortschaft Lobmachtersen
ein Kriegerverein gegründet wurde. Leider gibt es keine Unterlagen über die Gründung des Vereins oder gar Namen von Gründungsmitgliedern.
Erst im Jahr 1904 erscheint in einem Kassenbuch eine Mitgliederliste mit 36 Kameraden des damaligen "Krieger-Verein Lobmachtersen". Je Quartal mussten 75 Pfennig Beitrag entrichtet werden. Die erste nachweisbare Kassenprüfung fand am 19.März 1905 statt. Im Juli 1905 wurde die ehemalige Fahne geweiht. Ob davor bereits eine andere Fahne existierte, konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Der Krieger-Verein gehörte dem Braunschweiger Landwehrverband an. Den Aufzeichnungen im Kassenbuch kann entnommen werden, dass bereits Unterstützungsgelder bei z.B. Beerdigungen gezahlt wurden, die dann später zum festen "Sterbegeld" wurden.
Im Jahr 1914 zählte der Verein 48 Mitglieder und der Quartalsbeitrag betrug damals 1 Mark. Für die Zeit des 1. Weltkrieges konnten keinerlei Aufzeichnungen gefunden werden. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass
die Vereinstätigkeit ruhte. Im Jahr 1919 wurde dann mit einer Mitgliederstärke von 46 neu begonnen. 1923, während der Inflation, hatte der Verein 49 Mitglieder; der Quartalsbeitrag war anfangs auf 100 Mark gestiegen. Die Inflation steigerte sich so ernorm, dass im 3. und 4. Quartal nicht mehr kassiert wurde. Die Sterbegelder wurden nun mit Umlagen aufgebracht. Für den in dieser Zeit letzten Sterbefall wurde ein Sterbegeld in Höhe von 613.000.000 Mark aufgebracht. Nach der Währungsreform wurde 1924 wieder mit einer 1 Mark je Quartal begonnen. Am 23. September 1928 wurde das Kriegerdenkmal vor der evangelischen Kirche mit einer Kranzniederlegung eingeweiht. Der Verein hatte damals 61 Mitglieder. Nach dem Bau des Kyffhäuser-Denkmals 1896 schlossen sich viele Landeskriegerverbände zum "Kyffhäuserbund der Deutschen Landeskriegerverbände" zusammen. Irgendwann muss sich der Braunschweiger Landwehrverband ebenfalls dieser Organisation angeschlossen haben, da 1934 im „Krieger-Verein Lobmachtersen“ neben dem Abzeichen des Landeswehrverbandes auch das Abzeichen des Kyffhäuserbundes angeschafft wurde. Der Krieger-Verein Lobmachtersen gehörte nun dem Kreiskriegerbund Wolfenbüttel an. 1939 kam es zu einer Änderung der Organisation: Der Verein nannte sich nun Kriegerkameradschaft Lobmachtersen im Deutschen Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund e. V.) Kreisverband Wolfenbüttel. 1941 wurde daraus der Nationalsozialistische Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund e. V.). Am 3. März 1943 fand Hitler einen Grund, den Kyffhäuserbund mit inzwischen 4,3 Millionen Mitgliedern in 42 000 Kameradschaften, der ihm von jeher ein Dorn im Auge war, aufzulösen. Das gesamte Vermögen wurde beschlagnahmt. Im Kassenbuch der Kameradschaft in Lobmachtersen erscheint als letzte Eintragung eine Kassenprüfung am 7. Juni 1944. Nach dem 2. Weltkrieg wurde unter dem letzten Präsidenten General Reinhard 1952 der Kyffhäuserbund wieder gegründet. Wie aus dem Gründungsprotokoll zu entnehmen ist, wurde die Kameradschaft in Salzgitter-Lobmachtersen am 31. Oktober 1954 neu gegründet. Auf Initiative von Hermann Stallmann trafen sich 16 Kameraden in der Gaststätte „Alter Holzhof“.
Von den damaligen Gründungsmitgliedern gehört derzeit noch Hans-Hermann Stein der Kameradschaft als Ehrenmitglied an. Am 16.01.1955 wurde vorgeschlagen, eine neue Fahne anzuschaffen. Am 17.04.1955 wurde die Anschaffung beschlossen und sodann für 400,-- DM eine Fahne angeschafft. Beim Erntedankfest am 2.10.1955
wurde die neue Fahne von Pastor Apel geweiht. Am 19. Oktober 1957, also vor fast 50 Jahren, wurde die Gründung einer Schießgruppe beschlossen. Am 15. Dezember 1957 wurde im damaligen Vereinslokal „Deutsche Eiche“ ein Luftgewehrschießstand mit zwei Schießbahnen eingeweiht. Später dann wurde dieser auf sechs Schießbahnen erweitert. Als erster Schießwart wurde Hermann Lampe gewählt, der 1958 dieses Amt an Kurt Wimmer abgab. Nachdem Hermann Stallmann zum Ehrenvorsitzenden ernannt worden war, wurde die Kameradschaft von Otto Lindenberg als Vorsitzender geführt. Bei der 100 Jahr-Feier 1973 wurde Otto Lindenberg Ehrenvorsitzender und übergab das Amt des Vorsitzenden an Kurt Wimmer, der es bis zu seiner Ernennung zum Ehrenvorsitzenden im
Januar 1994 inne hatte. Kurt Wimmer hat somit 40 Jahre lang aktiv in der Vorstandsarbeit mitgewirkt. Am 3.2.1996 ist Kurt Wimmer verstorben und konnte der Kameradschaft nicht mehr mit seinem Rat zur Verfügung stehen. Seit 1994 führte Klaus Borsutzky die Kameradschaft als 1. Vorsitzender. In diesem Jahr übernahm Carsten Klusmann den Vorsitz der Kameradschaft. 1986 wurde die Gaststätte „Deutsche Eiche“ geschlossen, die Kyffhäuser-Kameradschaft musste sich nach einem neuen Vereinslokal umsehen. Die Inhaber der Gastwirtschaft „Kammerkrug“, Familie Knoke, waren bereit, eigens für die Unterbringung einer neu zu errichtenden Schießanlage einen Anbau zu erstellen. Der „Kammerkrug“ wurde nun das neue „Verkehrslokal“ der Kyffhäuser-Kameradschaft Lobmachtersen. In Eigenleistung wurde eine Schießanlage für vier automatische Seilzüge erbaut, die 1987 eingeweiht werden konnte. Früher waren die Kameradschaften grundsätzlich Männern vorbehalten, doch seit einigen Jahren schießen auch Kinder- und Jugendliche. Nicht zuletzt wurde auch den Damen eine aktive also auch schießende Mitgliedschaft ermöglicht. Zur Auswahl beim Schießen stehen 3 Luftgewehre und eine Luftpistole. Andere Waffenarten, wie Bogen oder Kleinkaliber, stehen auch noch im Rahmen der Schießen bei anderen Kameradschaften des Kreisverbandes zur Auswahl. Heute besteht die Kameradschaft aus 68 Mitgliedern, die sich in 56 Männer und 12 Frauen aufteilt. Die Kameradschaft gehört dem Kreisverband Wolfenbüttel-Salzgitter und dieser dem Landesverband Südhannover-Braunschweig e.V. an. Die Dachorganisation ist der Kyffhäuserbund e.V. Zu den jährlichen Ereignissen zählen neben zahlreichen Schießveranstaltungen, wie das Ostereierschießen, das Adventsschießen, das Schießen der örtlichen Vereine sowie das Pokalschießen der Kameradschaft auch ein Grillfest, die Jahreshauptversammlung, die Frühjahrsversammlung und die Herbstversammlung. Noch heute nimmt die Kameradschaft am Volkstrauertagsgottesdienst mit Kranzniederlegung am bereits erwähnten Ehrenmal teil. Nicht zuletzt ist die Kyffhäuser- Kameradschaft in das Vereinsleben der Dorfgemeinschaft voll integriert. Die letzte große Jubiläumsveranstaltung „130 Jahre Kyffhäuser in Lobmachtersen“ konnte am 7. September 2002 gefeiert werden.

Erstellt von Klaus Borsutzky

 

 

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